Nichts

Hast Du schon mal versucht, an nichts zu denken?

Ich meine nicht an das Nichts. Das ist eine philosophischer Begriff, das Nichts gibt es nicht. Und falls es doch irgendwo einmal auftauchen sollte, ist die Natur stets bestrebt, es auszufüllen, mit Etwas. Das Nichts existiert nur in unserem Bewußtsein. Als riesiges Chaos. Erst dann, wenn unser Bewußtsein aufhört, dann haben wir das Nichts, das wirkliche Nichts. Und es ist immer ein personifiziertes Nichts. Es ist nicht übertragbar, auch nicht durch eine Vollmacht. Kurz und gut: Das letzte Hemd hat keine Taschen.

Eine weitere Form des Nichts ist ein leeres Bankkonto. Dort kann sogar ein Gar-Nichts vorkommen oder ein Überhaupt-Nichts. Dafür haben die Lombarden im Mittelalter die Roten Zahlen erfunden. Die sogenannte Schwarze Null ist in unserer Betrachtung in diesem Zusammenhang von speziellem Interesse. In der Schule lernte ich, daß die Null immer schwarz ist. Und daß die Roten Zahlen erst bei minus eins beginnen. Was also, zum Teufel, soll das bedeuten? Aber das ist ein Trick, der von jedermann leicht zu durchschauen ist. Ja, ja, unsere Politiker sind sehr einfallsreich, aber manchmal auch nur einfältig …

Stell Dir vor, Du sitzt in Deinem Lieblingssessel. Du hast ein langweiliges Buch, in dem Du zu schmökern versuchst, und/oder im Fernsehen läuft die n-te Wiederholung der Lieblingsserie Deines / Deiner PartnerIn, oder Dein(e) PartnerIn hält Dir zum n-ten Male einen Vortrag über die Minimierung des Stromverbrauchs durch das AUS-Betätigen des Lichtschalters. (Wobei „n“ eine unendliche Anzahl sein kann, der kleinste Wert von „n“ ist jedoch immer „1“.) Dabei sind alle Zimmer mit modernen LED-Leuchten ausgestattet. Der Haushalt verfügt aber über eine Kühlkombination mit Gefrierteil, und es wird jeden zweiten Tag in einer Waschmaschine Wäsche gewaschen, die man anschließend in einen elektrischen Trockner steckt. Und das schmutzige Geschirr wird täglich in einem drei Stunden dauernden Waschprozeß mit einer Spülmaschine gereinigt.

Und jetzt denke einfach an nichts! Manche nennen das Meditation. Andere sagen, sie schalten auf Durchzug. Aber dafür wäre Voraussetzung, daß sich zwischen den Ohren kein Hindernis, also nichts, befindet. Ich erinnere mich an eine Karikatur, auf der ein Arzt einem Patienten mit einer Lampe in des rechte Ohr leuchtet und der Lichtstrahl kommt zum linken wieder heraus. Aber das ist nicht die Schuld des Arztes. Obwohl: ich kenne Leute, die geben immer den Ärzten die Schuld an allem, oder den Politikern, oder den Lehrern, oder den Polizisten, oder der Straßenverkehrsordnung.

Der US-amerikanische Fernsehsender NBC brachte es fertig, eine Sitcom-Serie zu produzieren, in der es um nichts geht. Sie heißt „Seinfeld“, war sehr erfolgreich und wurde inzwischen beendet. Der Verfasser, der auch die Hauptrolle spielt und tatsächlich Jerry Seinfeld heißt, soll sich dem Vernehmen nach, mit Preisen geehrt und mit Tantiemen überhäuft, auf dem Lande zur Ruhe gesetzt haben. Hin und wieder wird die Serie auf ZDFneo wiederholt. Ich kann sie jedem nur empfehlen. Und ich garantiere: Am Ende jeder einzelnen Folge wirst Du Dir an den Kopf fassen und überlegen, worum es eigentlich ging. Das ist sehr amüsant.

Nicht so amüsant ist es, wenn die Gedanken nie zur Ruhe kommen. Wenn sie kreisen wie eine tibetanische Gebetsmühle und klappern wie ein katholischer Rosenkranz. Die Auswahl der Angelpunkte ist groß, hast ja lange genug gelebt. Besonders nachts um drei Uhr. Wenn Deine Schmerz-Baustellen, ausgestattet mit grellen Warnleuchten, Deine ganze Aufmerksamkeit fordern. Du kannst nicht unentwegt Schmerzmittel nehmen. Besonders, wenn Du als Bauleiter noch ein paar andere Projekte zu betreuen hast, und Du machst Dir Sorgen, weil das Große Nichts immer näher rückt. Du kannst es nicht beeinflussen. Und schläfst Du, wider Erwarten, doch ein, träumst Du von Seinfeld und seinen skurrilen Freunden oder von Ereignissen in Deinem Leben, die Du eigentlich zu vergessen hofftest …

Nun, liebe Freunde und Sympathisanten, verehrte Gäste, wie Ihr seht, kann man auch einen Blogartikel über nichts verfassen.

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Alles Marmelade, oder was?

Gleich vorab: Ich esse fast nie Marmelade. Als Zutat zu Gebäck oder Torte finde ich sie ganz angenehm, aber zum Frühstück aufs Brötchen? Nee! Ich bevorzuge das herzhafte deutsche Frühstück: Schinken, Wurst, Käse, ein Ei, und dazu Brötchen oder Vollkorntoast.
Ganz anders meine Tochter. Sie liebt das süße Frühstück: Marmelade, Konfitüre und Honig, möglichst vom Imker oder aus der Manufaktur und nicht aus der Fabrik. Ich persönlich würde den Unterschied gar nicht bemerken. Und damit ich sie zum Frühstück angemessen bewirten kann, wenn sie mich besucht, halte ich immer etwas Marmelade, Pflaumenmus und Honig vor. Den Honig muß ich ab und zu ins warme Wasserbad stellen, damit er nicht kristallisiert. Pflaumenmus und Marmelade halten sich im Kühlschrank sehr lange, und das ist der Sinn, warum man Früchte mit viel Zucker zu Mus und „Pampe“ verarbeitet.  Aber sie halten eben nicht ewig.
Hat meine Tochter, die in Thüringen lebt, sich angesagt, überprüfe ich den Inhalt meines Kühlschrankes. Die Marmelade ist verschimmelt. Also notiere ich sie auf meinem Einkaufszettel, und am Morgen fahre ich wohlgemut ins nahe gelegene Einkaufszentrum, um in meinem Lieblingssupermarkt einzukaufen. Unter anderem auch ein Glas Marmelade.
Nachdem ich alle wichtigen Sachen wie Brot, Butter, Wurst, Eier, Fleisch, Kartoffeln und so weiter in meinen Wagen gepackt habe, suche ich die Marmeladenabteilung auf. Die Gläser und Becher mit dem süßen Produkt sind ordentlich nach Früchtearten sortiert, das Angebot ist unglaublich groß. Ich schaue mir die Sache näher an, aber ich kann keine Marmelade finden. Alles nur Gelee, Mus, Konfitüre und – Fruchtaufstrich, manchmal auch Brotauftsrich aus Früchten. Und dann finde ich sie doch. In einer kleinen Ecke stehen ein paar Büchsen, die mit der Beschriftung „Marmelade“ versehen sind. Es ist Importware, und nachdem ich mühsam das Kleingedruckte entziffert habe, finde ich heraus, daß sie aus Zitrusfrüchten hergestellt ist. Der Mitteleuropäer produziert und konsumiert seit Jahrhunderten etwas aus Beeren, Kirschen und so weiter und viel Zucker, um es haltbar zu machen und nannte es „Marmelade“. Was ist hier los?

Das Problem waren die Briten. Eigentlich kann ich die Insulaner aus verschiedenen Gründen gut leiden. Aber kaum waren sie in die Europäische Union (EU), damals noch Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), eingetreten, hatten sie Sonderwünsche. Dieses paßte ihnen nicht, an jenem hatten sie herumzumäkeln. In Wahrheit stank es ihnen, daß nicht sie, sondern Deutsche und Franzosen in der Gemeinschaft das sagen hatten.
Aber zurück zur Marmelade. Ihr werdet es nicht glauben, aber das Wort „marmelade“ (etwa ‚moahrmelähd‘ gesprochen) gibt es auch im Englischen. (Pop- und Rockfans werden sich an eine gleichnamige Band erinnern.) Aber während in Deutschland (auch anderswo) die Marmelade aus jeglichen Früchten gemacht werden kann, wird moahrmelähd ausschließlich aus  Zitrusfrüchten hergestellt. Alles andere ist „jam“ (etwa ‚dschähmm‘ gesprochen.) Und damit die Briten der EWG die Stange hielten und nicht herummoserten, gibt es seit 1982 eine Verordnung, nach der in Deutschland nur noch auf Märkten angebotene, in Heimarbeit hergestellte Marmelade als solche verkauft werden darf. Es könnte ja in britischen Supermärkten zu unglaublichen Verwechslungen kommen! Alles andere hatte „Fruchtaufstrich“ zu heißen. Britische Hausfrauen verlieren den Verstand, weil sie deutsche moahrmelähd kauften, aber in Wahrheit deutsche Mehrfruchtmarmelade im Korb hatten!
Wie Ihr seht, hielten die britischen Politiker ihre eigene Bevölkerung schon damals für – nun ja – ein wenig einfältig.
Und nun haben wir den Brexit, die Briten sind draußen. Asche, Exit procedure, Finito, Kanjez, Fini! The End Of The Fairy  Tale, Britannia Rules The Waves Again! Und die Schotten sind stinksauer. Und nun kommt so ein unbedarfter Bürger wie ich daher, stutzt und fragt: „Ja, meine Fresse! Brauchen wir denn dann die Scheiß-Konfitürenverordnung von 1982 noch?“ (Von den anderen unsinnigen Verordnungen, z. B. über die Form und Größe von Gurken, ganz zu schweigen.)

Ich will endlich wieder Marmelade kaufen können, wenn meine Tochter mich besuchen kommt!

Leider notwendiger Nachtrag:
Ich erkläre ausdrücklich, daß ich kein Gegner der EU bin, man sollte sie aber reformieren und auf ihren Grundgedanken – Völkerfrieden, freier Verkehr von Menschen und Ideen und wirtschaftliche Zusammenarbeit – zurückführen. Ein Ende der EU wäre für Europa und die Welt eine Katastrophe!
Ich bin auch kein Groß-Britannien-Hasser. Die Völker des Königreiches haben auf allen Gebieten Großartiges geleistet, und als Witzbolde sind sie nach wie vor unübertroffen.

Bernd Mai

 

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Bänder am Handgelenk

Seit einiger Zeit beobachte ich, vor allem im Fernsehen, daß meist junge Leute ein oder mehrere bunte Bänder aus textilem Material an den Handgelenken tragen. Ich konnte das zunächst nicht einordnen, bekam aber dann bescheid.
„Das ist kein Schmuck, das sind Freundschaftsbänder!“, sagte man mir.
Freundschaftsbänder …  sind meist selbstgemachte Armbänder, die in vielen Kulturen als Zeichen der gegenseitigen Freundschaft und Zuneigung getragen werden, …“.
„Der Sänger Wolfgang Petry ist bekannt dafür, dass er besonders viele Freundschaftsbänder trug.“
(Wikipedia)
„… und man trägt sie, bis sie von alleine abfallen“, erfuhr ich weiterhin. Als ich eher zufällig im Fernsehen Wolfgang Petry mit großen Wülsten aus solchen Bändern an beiden Handgelenken sah, fand ich das ziemlich eklig.

Vor einigen Jahren verbrachte ich die Jahreswende in einem Krankenhaus. (Ich verfaßte einen Blog-Artikel darüber. Leider mußte ich den Link entfernen, weil er von Spam-Aktivisten als Schlupfloch benutzt wurde.)  Man hatte mich direkt aus der Notaufnahme auf die innere Station gebracht, die zum Jahresende nur mäßig belegt war. Oma sauste nach Hause, um mir die nötigsten Dinge zu holen. Man gab mir ein Bett und schloß mich an einen Tropf an. Und ehe ich es mich versah, hatte ich ein Armband aus weißem Plastik am linken Handgelenk.
„Ein Patientenarmband ist ein Mittel zur fehlerfreien und sicheren Identifizierung von pflegebedürftigen Personen während eines stationären Aufenthaltes, etwa im Akutkrankenhaus oder im Pflegeheim … „.
(Wikipedia, Hervorhebungen vom Autor)
Ich hatte zwar Schmerzen an einer bedenklichen Stelle, war aber keineswegs pflegebedürftig, und ein Krankenhaus ist kein Pflegeheim. Die Schmerzen klangen schnell ab, aber man behielt mich eine Woche lang da. Wahrscheinlich, um die Statistik der Auslastung zu verbessern.
Auf dem Band war mein Name gedruckt, und es war mit einem Strichcode versehen. Es saß so eng um meinem Handgelenk, daß ich mich darunter nicht waschen konnten. Nach zwei Tagen fing die Stelle an zu müffeln und zu jucken. Inzwischen hatte man mir nachträglich die Papiere zur Unterschrift vorgelegt. Auf meine neugierige Frage nach dem Armband bekam ich zur Atwort, das hätte man heute so, und ich müsse nur an der richtigen Stelle unterschreiben, damit alles seine Ordnung habe. Ich unterschrieb den Passus nicht. Dann nahm ich mein Schweizermesser und schnitt das Band ab. Anders ließ es sich nicht entfernen.
Dieser Krankenhausaufenthalt war der Auftakt zu einer Reihe von weiteren, der jüngste liegt erst ein paar Tage zurück. Einerseits ist er wahrscheinlich überfüssig gewesen, andererseits führte er dazu, daß ich künftig vorgewarnt war. Auf die barsche Frage einer Krankenschwester, wo denn mein Armband sei und warum das Band nicht in meiner Akte wäre, hätte ich am liebsten keine Antwort gegeben und nur höhnisch gelacht. Aber ich bin ein höflicher Mensch, jedenfalls meistens, und verkniff mir jede Ironie. Meine Antwort fiel trotzdem sehr einsilbig aus und ich versuchte ein böses Gesicht zu machen.

Für kleine Kinder, demente Personen, Wachkomapatienten und andere Menschen, die sich nicht selbst helfen können, ist das Tragen des Patientenarmbandes sicher eine gute Wahl. Für alle anderen ist es lästig, unhygienisch und, so empfand ich es jedenfalls, diskriminierend. Von der äußerlichen Kennzeichnungspflicht einer bestimmten Bevölkerungsgruppe in unserem Lande zu einer bestimmten historischen Zeit will ich gar nicht erst anfangen, das ginge sicher zu weit.

Und bei Wikipedia fand ich zum Schluß noch folgenden Einwand: „Patientenarmbänder sind Stand der Technik, aber in der Mehrheit der Krankenhäuser … nicht Stand der Praxis. Soweit nicht alle Patienten allen Mitarbeitern persönlich bekannt sind, birgt das ein erhebliches Risiko.“
Was immer das zu bedeuten hat …

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Aquamarin – der nun wirklich (Aller-)Letzte

Gestern erhielt ich erneut Post vom Support-Center des Entwicklers von „Aquamarin“. Es läge eine neue Nachricht für mich vor. Ich folgte dem Link und fand den Zugangs-Schlüssel zur Vollversion des Programms. Kommentarlos.

Ich enthalte mich auch jeden Kommentars.

Über diesen Link geht’s zur HP von „Aquamarin“!

„I’ve allways payed my dues.“

Alles Gute,
Euer Lipsiator

 

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Aquamarin – der Zweite und Letzte

Aquamarin ist keine Farbe, wie ich zuerst annahm, sondern ein Edelstein.

„Der Name Aquamarin ist aus dem Lateinischen aqua marina „Meerwasser“ abgeleitet und nimmt damit Bezug auf die zartblaue bis blaugrüne bzw. „seegrüne“ Farbe des Minerals.“ (Wikipedia)

Eine Software, die einen solchen Namen trägt, sollte schon etwas Besonderes sein. Leider verhielt sich der Entwickler (?) und Vertreiber im Falle meiner Lizenz nicht besonders erlesen. Was ist passiert?

Wenn man eine Reihe von Daten erfaßt, also Buchungen ausführt, erscheint irgendwann ein Formular, auf dem man aufgefordert wird, doch bitte einen Betrag von € 6,49 zum Erwerb einer Voll-Lizenz zu bezahlen. Sei man jedoch Blogger oder Journalist und schreibe einen Artikel über das Programm, so erhalte man die Lizenz kostenlos. Man möge nur den Link zum Artikel an eine bestimmte E-Mail-Adresse schicken. (Daß ein Artikel in einem Printmedium nicht unbedingt auch im Internet zu finden sein muß – seis drum, Schwamm drüber.)
Nachdem ich das Programm ausgiebig getestet hatte, machte ich mir Gedanken. Und dann schrieb ich den Artikel, der zwar kritisch, aber durchaus sachlich und wohlwollend ausfiel, und veröffentlichte ihn, siehe unten. Den Link schickte ich als normale E-Mail an die bewußte Adresse.
Die Zeit verstrich, aber ich bekam keine Antwort. Ich wollte schon eine Erinnerung schreiben, schaute aber dann sicherheitshalber noch mal auf die Homepage des Entwicklers. Dort fand ich dann den Hinweis, daß er nur über das eigene Kontaktformular mit der Welt verkehrt. [Stirnrunzeln Nummer eins.] Also schickte ich den Link über das Kontaktformular noch einmal an den Entwickler. Nach einigen Tagen bekam ich Antwort. Ich hätte eine Nachricht im Support-Center, und ich möge in meinem Artikel doch bitte eine Verlinkung zur Seite des Enwicklers vornehmen, dazu gabs einen Link. [Stirnrunzeln Nummer zwei.] Dort wurde mir als „Coupon-Code“ ein weiterer Link zu einer Seite angeboten. [Stirnrunzeln Nummer drei.] Na gut, dachte ich, der Entwickler ist sicher ein vielbeschäftigter Mensch, da muß man sowas machen.Ich gab den Link in meinen Browser ein und wurde auf eine weitere Seite geleitet. Dort erfuhr ich:
„Dieser Coupon ist einmal gültig für ‚bernd.mai@lipsiator.de‘.
Sie erhalten 90 Prozent Rabatt für Ihren Beitrag auf ‚http://www.lipsiator.de/'“ (O-Ton)
Ich möge doch bitte einmalig € 0,64 bezahlen. Mal abgesehen davon, daß 6,49 – 90% bei mir 0,65 macht, war ich platt. Das ist zwar wenig Geld, aber nicht kostenlos! Ich grüble noch heute, womit ich den Entwickler verärgert haben könnte. Vielleicht war’s die Sache mit der Basis und dem Überbau?
Mir wurden mehrere Zahlungsmöglichkeiten angeboten, unter anderem auch per Lastschrift, die über einen „Zahl-Provider“ (MicroPayment) abgewickelt werden sollte. Mein Versuch, die Lastschrift einzureichen scheiterte aber, der Betrag sei nicht zulässig. Meine Information an den Provider mit dem Hinweis, der Betrag sei wohl zu gering, wurde auch umgehend bestätigt. Das wußte der Entwickler nicht! Nun hatte ich es satt, ich wollte nicht schon wieder die Stirn runzeln. Also schickte ich dem Entwickler eine kurze Mitteilung, daß ich auf die Lizenz verzichte, und daß eine Verlinkung in meinem Artikel für € 0,64 zu haben sei.

Ich deinstallierte das Programm und schaute mir noch einmal das Konkurrenzprodukt „MoneyManagerEX“ genau an. Und siehe, es war auch gut …

Falls ich noch einmal an einer EVS teilnehmen sollte, benutze ich dieses Programm.

Schöne Grüße
Euer Lipsiator

 

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Aquamarin – meine Lieblingsfarbe

Ich nehme derzeitig an der Einkommens-und-Verbrauchs-Stichprobe (EVS) 2018 des statistischen Landesamtes Sachsen teil. Und das schon zum dritten Mal. Man muß seine Einnahmen und Ausgaben nach einem bestimmten Schema in ein Haushaltsbuch eintragen, das man nach dem Ende des Stichprobenzeitraums an das Landesamt schickt.
Weil ich mit Hilfe meines semi-professionellen FIBU-Programms SILIKO, das ich vor Jahren selbst entwickelt habe und das mandantenfähig ist, sowieso eine Art Haushaltsbuch für meinen Ein-Personen-Haushalt führe, ist das für mich kein besonders großer Aufwand. Das einzige Problem: Ich arbeite mit einem Kontenplan, der auf dem SKR-04 von DATEV beruht. Der Nummernkreis ist vierstellig, und man muß bestimmte Regeln der „ordnungsgemäßen Buchhaltung“ beachten. Also habe ich für die EVS einen besonderen Kontenplan ausgearbeitet. Der paßt aber nur bedingt in das Schema des LA-Haushaltsbuches, ich mußte meinem eigenen ein wenig Gewalt antun. Und obwoh ich glaube, daß es meine letzte Teilnahme sein wird, begann ich nach einer Alternative zu suchen.

Im Internet fand ich acht Programme nach dem bekannten Money-Schema, die als Freeware angeboten werden. Ich habe sie alle heruntergeladen und ausgiebig getestet. Fünf von ihnen fielen sofort durchs Raster, weil ihre Auswertungsmöglichkeiten zu naiv, ungekonnt und laienhaft gestaltet sind. Von anderen Unzulänglichkeiten ganz zu schweigen.
Drei blieben in der engeren Auswahl:
– MoneyManagerEX (von Code Lathe) – Note 3,
– HomeBank (von Maxime Doyen) – Note 4 und
– Aquamarin Haushaltsbuch (V. 3.3.0) – Note 2.
Wie Ihr seht, verteilte ich Zensuren, und das Aquamarin-HHB ist mein absoluter Favorit. Aber gleich vorab: Es ist keine Freeware. Man muß € 6,49 berappen, sonst geht nach einiger Zeit gar nichts mehr, und das bedeutet nach meinem Verständnis Shareware. (Eigentlich ein lächerlicher Betrag, aber ich hoffe mir den sparen zu können, indem ich diesen Blog-Artikel schreibe).

Das Programm kommt in einem gefälligen Outfit daher. Die Bedieneroberfläche ist einfach und übersichtlich gestaltet. Alle Buttons und Reiter sind sofort erkennbar. Für die, die das Money-Prinzip nicht kennen: Man geht von seinen Konten (Giro, Bargeld usw.) aus und bucht Einnahmen, Ausgaben und Übertragungen von einem zum anderen Konto. Einnahmen und Ausgaben ordnet man über- und untergeordneten Kategorien (Sparten u. Katgorien) zu.  Danach erfolgen auch die Auswertungen. Eine qualifizierte Buchhaltung ist möglich, weil man Buchungstexte erfassen kann.

Hier ein Beispiel: Im Haushaltsbuch des LA gibt es die Ausgaben-Abteilung Q – Nahrung und Genuß. Sie ist unterteilt in
– 01 Nahrungsmittel
– 02 Alkoholfreie Getränke,
– 03 Alkohol und
– 04 Tabakwaren.
Also lege ich im entsprechenden Menüpunkt zunächst die Sparte „Q – Nahrung und Genuß“ an. Danach die Kategorien 01, 02, 03 und 04, die ich der Sparte zuordne. Im Haushaltsbuch des LA gibt es ziemlich viele solcher Sparten und Kategorien, aber vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt. Das alles geht recht einfach und übersichtlich vonstatten. Fehlende Kategorien kann man während des Buchungsvorganges einrichten. Ansonsten findet man das Menü unter Extras.
Ich hätte mir einen Menüpunkt Stammdaten gewünscht, in dem alle Stammdaten-Arten einzeln beahndelt werden können. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Getätigte Buchungen lassen sich im Nachhinein ändern oder löschen. Das ist zwar für eine ordnungsgemäße Buchhaltung bedenklich, aber für den privaten Gebrauch durchaus in Ordnung.
Gebucht wird eigentlich nur der Geldfluß (cashflow), aber mit ein bißchen Geschick läßt sich eine komplette Buchhaltung mit Forderungen und Verbindlichkeiten, mit Verrechnungen und Abgrenzungen aufziehen.

Es gibt zwei Auswertungsmöglichkeiten:
a) Statistische Auswertung und
b) Statistischer Bericht.
Unter (a) kann man sich allerlei Torten- und Balkendiagramme auf dem Monitor anzeigen lassen. Wie haben sich Einnahmen und Ausgaben im Laufe des aktuellen Wirtschaftsjahres oder eines beliebigen anderen Zeitraumes in allen oder ausgewählten Konten und in allen oder ausgewählten Kategorien entwickelt usw. Das ist sicher recht hübsch und macht was her, aber für meine speziellen Zwecke und für mein Verständnis von Buchhaltung eher ein überflüssiges Obendrauf. Die Torten sind der Überbau, die Basis aber sind die Zahlen.
Unter (b) dagegen wird eine Liste, die die Ergebniszahlen nach Sparten und Kategorien mit Zwischen- und Gesamtsummen in tabellarischer Form auf den Monitor ausgegeben. Ich kann die Zahlen hernehmen und einfach in mein Haushaltsbuch des LA eintragen. Also genau das, was ich benötige, und was ich selbst so konzipiert hätte.
Beide Darstellungen können, wenn ich mich nicht irre, auch ausgedruckt werden.

Es gäbe noch Verschiedenes zu sagen, aber der Artikel ist schon lang genug. Über Datensicherung, Daten-Im-und-Export, Hilfsfunktion, Passwortschutz, Druckvorschau, Dauerbuchungen, Buchungsvorlagen und so weiter wäre noch zu reden. Eine Buchungsnummer vermisse ich, aber die kommt vielleicht in der nächsten Version.
Mit einer Funktion allerdings bin ich nicht klargekommen: Ansicht\Spalten modifizieren. Aber vielleicht habe ich ja etwas falsch verstanden …

Falls ich noch einmal zur nächsten EVS eingeladen werde, benutze ich Aquamarin, das ist mal sicher. Für mein eigenes laufendes Haushaltsbuch aber bevorzuge ich nach wie vor mein Programm SILIKO, das habe ich schließlich vor zehn Jahren selbst gemacht!

Herzlichst
Euer Lipsiator

Anmerkungen:
Alle Aussagen zum Programm Aquamarin wurden vorbehaltlich aktueller Änderungen der Entwickler und eigener Mißverständnisse sowie hinsichtlich eines mehrstündigen Tests mit aus der Wirklichkeit entnommenen Testdaten gemacht. Die Beschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
B.M.

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Computer füttern

Irgendwann in der Geschichte der Computer entstand die öffentliche Auffassung, man müsse einen Computer füttern …
Neulich las ich in einem Buch eines durchaus ernst zu nehmenden Schriftstellers den folgenen Satz: „Er [der Protagonist] fütterte den Computer mit den Ergebnissen seiner Ermittlungen, und der Computer spuckte im Handumdrehen die Ergebnisse aus.“
Kühe kann man mit Heu füttern, Schweine mit gedämpften Kartoffeln. Mimi bekommt Naß- und Trockenfutter aus dem Tierfutterregal. Kühe legen sich nachher einfach hin um wiederzukäuen, Schweine furzen und rülpsen und kacken. Mimi leckt sich ausgiebig das Mäulchen und geht irgendwann aufs Katzenklo. Und Computer spucken etwas aus …
Wohl bekomms!

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Mimi darf bleiben!

Oma ist umgezogen. Ich war vier Wochen im Dauerstreß. Die neue Wohnung liegt zwar „nur“ jenseits des benachbarten Wäscheplatzes, aber sie wollte es ihren Söhnen und ein paar Helfern überlassen. Nachdem ich zwei Wochen lang vorgearbeitet hatte, um mit einem Bollerwagen Bücher und amdere „Kleinigkeiten“ hinüber in die neue Wohnung zu schaffen, war der eigentliche Umzug in nur wenigen Stunden vonstatten gegangen.
Von da an lebten wir im Chaos …
Ich war aber an meine körperlichen und seelischen Grenzen gekommen. Manchmal liegen die Nerven noch immer blank. Noch einmal möchte ich das nicht mitmachen.
Die gute Nachricht: Mimi durfte mitkommen. Sie hat sich einen festen Platz in Omas Herzen und in ihrer Wohnung erworben.
So wie auf dem Foto liegt sie jetzt auf der Fensterbank. Aber sie beobachtet genau, was ich mache. Sie liebt es, zu dösen, während ich am Computer arbeite oder mich vergnüge. Manchmal sitzt sie direkt neben der Tastatur und hilft mir beim Tippen.
Fast genauso wie einst meinKater Lumpi. Das weckt Erinnerungen an ein anderes Leben. Aber Lumpi ist inzwischen im Katzenhimmel. Und das andere Leben ist schon lange Geschichte. Und ich sitze hier am Computer und siele mich im Selbstmitleid. Wir müssen alle irgendwann gehen. Aber wenigstens habe ich neulich noch eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen. Im Gegenzug bekam ich einen Dispokredit. So ist das Leben, oder Sellerie, wie der Franzose sagt.

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Muß Mimi gehen?

Als Mimi zu uns kam, hatte sie ein Leben in Freiheit gehabt, wir wissen nicht wie lange. Damit ist sie nicht glücklich gewesen, sonst hatte sie nicht mauzend und Einlaß begehrend vor Omas Wohnungstür gesessen.

Ihrem Charakter und Temperament nach aber ist sie ein „Freigänger“. In Omas Wohnung langweilt sie sich. Daher untersucht sie jede Kleinigkeit, wie hier einen Trockenblumenstrauß.
Dekogegenstände wirft sie herunter, wenn sie klein genug sind. Dünne Drähte werden durchgebissen. Den Deckel meines Taschencomputers hatte sie auch schon in der Mache, sie liebt Weichplastik.
Ihr Bewegungsdrang ist nicht zu bändigen. Bestimmte Lebensmittel dürfen wie nicht offen herumstehen lassen. Sie zerbricht mit Vorliebe Weingläser, bei fünf haben wir aufgehört zu zählen. (Ich habe ein paar neue gekauft.) Mimi schärft an Sesseln, Wänden, an Bett und Sofa ihre Krallen, obwohl sie etliche andere Möglichkeiten hätte: Kratzbaum, Kratzmatten und Co. Die häufigsten Sätze bei uns sind: „Wo ist die Katze?“ und „Mimi! Nein!“. Und manchmal haben wir den Eindruck, sie legt es darauf an. Dann huscht sie hinter den Sessel und schaut verschmitzt hervor. „Warum spielt keiner mit mir?“, scheint sie zu fragen.
Nun muß Oma umziehen, weil die Wohnung pilzverseucht ist. Die Eigentümer unternehmen nicht wirklich etwas. Oma hat sich in eine Wohnungs-Genossenschaft eingekauft. Eine gute Genossenschaft kümmert sich um ihre Bausubstanz. Sie hat für viel Geld neue Möbel angeschafft. Und sie hat Angst, daß Mimi die neuen Möbel ruiniert. Die alten sehen nicht mehr schön aus, und daran hat die Katze ihren Anteil.
Oma überlegt, Mimi wegzugeben. An eine Familie in einem kleinen Dorf, in ein Haus mit kleinem Grundstück und Garten. Dort sollte sie Freigang bekommen. Und vielleicht hat sie dann ein katzengerechtes Leben.

Bis ein roher und brutaler Mensch aus der Nachbarschaft, ein wildgewordener Terrier, eine durchfahrendes Auto oder eine Krankheit diesem glücklichen Katzenleben ein Ende setzt.

(Wird – vielleicht – fortgesetzt.)

 

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Neue Anton-Geschichte

In meiner neuen Anton-Geschichte könnt Ihr lesen:

– Wie Anton nach einer Schreibstube sucht.
– Wie Anton eine Schreibstube findet, und
– wie Anton aus seiner Schreibstube vertrieben wird.
– Wie Anton erste literarische Erfolge erzielt, und
– welche Ehrung er dafür bekommt.

Warum aus Anton trotzdem keine Schriftsteller wurde, könnt Ihr aber in der Geschichte nicht lesen.

Dieser Link führt zur Anton-Geschichte „Südstern“!

 

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