Neues Feuilleton: JAZZ – die Musik meines Lebens

Die Musik spielt im Leben eines jeden Menschen eine überragende Rolle, ob er wirklich musikalisch veranlagt ist oder nicht. Lustige Kinderlieder, aufmüpfiger Rock’n’Roll, sentimentale Volkslieder, wehmütige Schnulzen, große Oper, freche Chansons, martialische Marschmusik – habe ich etwas vergessen? – begleiten uns ein Leben lang. Und zum Schluß spielt jemand das Requiem …
Die Musik meines Lebens ist der Jazz.

Jazz - Louis 'Satchmo' Armstrong: "I'll Walk Alone"

Jazz - Louis 'Satchmo' Armstrong: "I'll Walk Alone"

In meinem Feuilleton „Jazz“ versuche ich zu beschreiben, wie die Musik mich geprägt und begleitet hat. Dabei bin ich völlig unmusikalisch, das habe ich von meinem Vater geerbt.

Dieser Link führt direkt zu meinem neuen Feuilleton „Jazz“!


Foto: Dagmar Bolduan, Ekeren
(B)

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Der Waschtag ging weiter, …

… nachdem mein namenloser Held der Geschichte ‚Waschtag‘ die Wäsche aufgehängt hatte. Als er die Maschine wieder in ihre Ecke geschoben hatte, fand er vor seiner Badewanne eine topfdeckelgroße Pfütze, die dort nicht hätte sein sollen. Er dachte aber nicht weiter darüber nach und wischte sie weg. Den Nachmittag verbrachte er mit Lesen. Am Abend hatte er ein Rendezvous, nach dessen Ende er mit der Straßenbahn nach Hause fuhr.

Linie 7 nach Sommerfeld

Linie 7 nach Sommerfeld; zu der Zeit, zu der die Handlung spielt, gab es diesen modernen Straßenbahntyp noch nicht. Unser Held fuhr mit einer Tatra-Straßenbahn vom Typ T4D, der 2006 außer Dienst gestellt wurde.

Während er der Dame seines Stelldicheins gelauscht hatte, war ihm zu der seltsamen  Pfütze unter seiner Waschmaschine dieses und jenes eingefallen. Aber das ist nicht das Thema der neuen Geschichte, die Ihr jetzt und hier lesen könnt.

Dieser Link führt zu meiner neuen Geschichte „Waschtag II“!

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Aus aktuellem Anlaß: Die Völkerschlacht

„Die Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 war die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege. Dabei kämpften die Truppen der Verbündeten Russland, Österreich, Preußen und Schweden gegen die Truppen Napoleon Bonapartes.
Mit bis zu 600.000 beteiligten Soldaten aus über einem Dutzend Völkern war dieser Kampf bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wahrscheinlich die größte Schlacht der Weltgeschichte. In dieser wichtigsten Schlacht des Befreiungskrieges gegen die napoleonische Fremdherrschaft brachten die zahlenmäßig überlegenen verbündeten Heere … Napoleon Bonaparte die entscheidende Niederlage bei, die ihn dazu zwang, sich mit der verbliebenen Restarmee und ohne Verbündete aus Deutschland zurückzuziehen.
In der Schlacht wurden von den rund 600.000 beteiligten Soldaten 92.000 getötet oder verwundet.
Im Jahre 1913 – genau 100 Jahre später – wurde in Leipzig das 91 Meter hohe Völkerschlachtdenkmal fertiggestellt.“ (Wikipedia)

Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig

Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig

Das Denkmal besitzt an seiner Spitze eine Aussichtsplattform, die man über eine Treppe mit 500 Stufen oder – seit ein paar Jahren – mit einem Aufzug erreichen kann. Allerdings war der Aufzug von Anfang an Bestandteil des Projektes, man mußte nur den vorhandenen Aufzugschacht den modernen Gegebenheiten anpassen. Jeder Leipziger besteigt wenigstens zweimal im Verlaufe seines Lebens das Denkmal: Das erste Mal als Schüler und das zweite Mal, wenn er Verwandte oder gute Freunde von weit her zu Besuch hat. Ich allerdings würde meinen Gästen das Denkmal aus ästhetischen Gründen nicht zumuten wollen. Vom City-Hochhaus am Augustusplatz hat man eine viel bessere Aussicht, wenn es nur darum geht, es ist nämlich sogar 130 Meter hoch.

Dieses Jahr (2013) jährt sich die Schlacht zum 200. Mal und die Einweihung des Denkmals zum 100. Mal. Der Mitteldeutsche Rundfunk hat große Pläne:

Zum 200-jährigen Jubiläum der Völkerschlacht zeigt der MDR das modernste Geschichtsformat im deutschen Fernsehen. Nach dem Vorbild tagesaktueller Nachrichten und Brennpunktsendungen aus Krisengebieten wie Syrien oder Afghanistan wird über bis dato größte Schlacht der Weltgeschichte mit Mitteln der modernen Nachrichtentechnik „live“ berichtet – so als fände sie gerade statt.“ (O-Ton MDR auf seiner Webseite)

Ich weiß nicht, welcher Teufel die Programmverantwortlichen geritten hat …
Ich werde mir das ganz bestimmt nicht antun!
Die Sachsen übrigens standen damals auf Seiten Napoleons und gehörten daher am Ende der Befreiungskriege zu den Verlierern. Das führte dazu, daß Preußen im Ergebnis des Wiener Kongresses (1815) mehr als die Hälfte des sächsischen Territoriums annektierte – die Schande jener Zeit prägt das sächsische Bewußtsein bis heute. Pfarrer Führer, der als wichtige Persönlichkeit der Wende gilt, soll vorgeschlagen haben, das monströse Bauwerk kontrolliert verfallen zu lassen. Man kann schließlich
300.000 t Beton und Granit nicht so einfach abreißen oder sprengen. Meinen Segen hat er, aber die öffentliche Meinung war wohl nicht dafür. Der Sachse ist nämlich Pragmatiker und sagt: „Nu hammer ämma das Denkmal. Un nu wollmorr ooch was dardorrvon hamm!“ (*)

Völkerschlachtdenkmal - die Wächterfiguren

Völkerschlachtdenkmal - die Wächterfiguren

Die Wächterfiguren unterhalb der Aussichtsplattform schauen traurig und ziemlich grimmig drein. Wahrscheinlich trauern sie nicht nur um die vielen toten jungen Männer, sondern auch um die zerstörten Träume von nationaler Einheit, bürgerlicher Freiheit und Demokratie, und vielleicht auch um die Gebietsverluste Sachsens. Und den grimmigen Blick haben sie wegen der architektonischen Scheußlichkeit des Denkmals. Den Touristen aber scheint es zu gefallen.
Na, lasse norr mährn!

(*) Sächsisch: „Wo wir nun einmal das Denkmal haben, wollen wir auch davon profitieren!“

© Bernd Mai Okt. 2013

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Aus aktuellem Anlass – Der Nichtwähler

Neulich sah ich eine Talkshow, in der ein Nichtwähler auftrat. Das Interesse des Moderators an dem Verweigerer war immens, und der junge Mann war sehr vergnügt. Der Nichtwähler als neue politische Kraft – was für ein Plot! Der junge Mann erschien mir wie ein It-Girl im mondänen Schuhgeschäft. An diesem Schuh war die Schließe nicht schick, an jenem der Absatz zu kurz, und der dritte war vom falschen Designer. Und der Vierte ging wegen der Farbe gar nicht!

Die Wahl

Die Wahl

Angeblich werde der Anteil der Nichtwähler immer größer. Was kann man dagegen tun? Über den Sinn und Unsinn einer gesetzlichen Wahlpflicht, wie es sie in Australien oder Belgien gibt, läßt sich streiten. Diesen Trend bekämpft man aber bestimmt nicht, indem man Nichtwähler, die auch noch stolz darauf sind, in einer populären Talkshow auftreten läßt. Man ließ den jungen Mann sogar ausreden!

Um allen jenen, die es nicht aus eigenem Erleben kennen, eine Vorstellung zu vermitteln, wie es ist, keine Wahlmöglichkeit zu haben, hier meine Erinnerung an die Wahlen in der DDR:

Es gab nur ein Wahlprogramm: Das der „Nationalen Front des demokratischen Deutschland“. Welch merkwürdiger Name für eine Organisation eines antifaschistischen Landes! In dieser Organisation waren die fünf Parteien und fünf Massenorganisationen zusammengeschlossen. Massenorganisationen waren zum Beispiel der FDGB (Gewerkschaft) und die FDJ (Jugendorganisation). Das garantierte der SED die Mehrheit. Die führende Rolle der SED war überdies in der Verfassung der DDR festgeschrieben. Daher war das Wahlprogramm der Nationalen Front zugleich das Wahlprogramm der SED – also die Beschlüsse des jeweils letzten Parteitages. Die sogenannten Blockparteien, z. B. CDU und LDPD, galten als gehorsame Willensvollstrecker der SED innerhalb ihrer Klientel. Wahlkampf fand daher nicht statt. Er bestand im Wesentlichen aus endlosen Wahlaufrufen in den Medien: Wir wählen am Sonntag geschlossen die Kandidaten der Nationalen Front!

Auf den Wahlzetteln waren nur die Namen der Kandidaten abgedruckt und welcher Partei oder Organisation sie angehörten. Ein Kreuz zu machen war nicht vorgesehen, denn die Kandidaten wurden im Block „gewählt“. Man konnte nur komplett dafür oder komplett dagegen sein. In den Wahllokalen gab es eine einzige Wahlkabine, die aber von wenigstens einer Seite einsehbar war. Wollte man eine Gegenstimme abgeben, mußte man in der „Wahlkabine“ jeden Kandidaten einzeln durchstreichen. Ein einfaches komplettes Durchstreichen des Zettels war ungültig. Ich erinnere mich nicht, in der Wahlkabine je einen Stift gesehen zu haben. Manchmal gab es auch keine Auflagemöglichkeit für den Zettel. Jeder Wähler, der die Wahlkabine betrat, wurde registriert. In einer befreundeten Familie gab es deshalb einen schrecklichen Ehekrach, weil die Gattin in die Wahlkabine gegangen war. Der Genosse Gatte ist deshalb von seinem Parteisekretär zusammengestaucht worden. Man wurde auch registriert, wenn man der Wahl fern blieb. Ich selbst bekam Ärger, weil ich an einer Kommunalwahl nicht teilnahm. Ein „guter Freund“, von dem ich später erfuhr, daß er IM gewesen sei, machte mir bittere Vorwürfe. Aber wahrscheinlich ging es ihm nur um sein Image, weil ich wohl von seinem Führungsoffizier zu seinem engeren Umfeld gezählt wurde. Meistens jedoch lief die „Wahl“ so ab, wie es sich die Partei wünschte: Man nahm den Wahlschein entgegen, faltete ihn ungelesen zusammen und steckt ihn in die Urne. So erzielte man 99,9 % Zustimmung …

Die „alte“ Bundesrepublik erhielt die Demokratie als Geschenk von den westlichen Alliierten. Die Möglichkeit zu wählen ist ein Ausdruck dieser Demokratie. Und jetzt möchten die Wessis das Geschenk umtauschen? Die Ossis haben sich die Demokratie genommen. Und ich lasse sie mir nicht wieder wegnehmen. Das System hat viele Fehler. Aber es gibt kein besseres …

© Bernd Mai Sep. 2013

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Waschtag eines Singles

Die unten abgebildete Waschmaschine vom Typ WM 66 wurde im VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg von 1966 – 2000 gefertigt. Das „WM“ steht für Wellrad-Maschine. Sie war einfach zu bedienen, robust und sehr langlebig. Sie benötigte keinen Wasseranschluß, und sie war mit 640 Mark  (Quelle: http://www.sylvias-puppenhaus.de/seiten/ddrdesign15.htm)
im Verhältnis zu automatischen und halbautomatischen Geräten sehr günstig. (Der Preis, an den ich mich erinnere, war allerdings niedriger.) Jederman besaß so ein Ding, mancher als Zweitmaschine im Garten oder auf der Datsche.

Waschmaschine WM 66 ("Schwarzenberg")

Waschmaschine WM 66 ("Schwarzenberg")

(Foto: Harald Wunderlich, Schwarzenberg)

Sie war aber nicht nur zum Waschen zu gebrauchen. Als einmal in den siebziger Jahren in meinem Neubaublock die Warmwasserversorgung für einige Wochen ausfiel, benutzten wir sie, um Badewasser für unsere zwei kleinen Kinder und für uns selbst zu erhitzen. Selbstverständlich kochten wir auch die Baumwollwindeln unserer Kinder mit ihr ab. Der Bottich faßte 30 l Wasser, die man zum Kochen bringen konnte. Man konnte auf Betriebs- oder Hausgemeinschaftsfeiern eine größere Menge Bockwürste mit ihr heiß machen, oder man benutzte sie zum Einkochen. Ich habe im Laufe meines Leben zwei Stück besessen. Die zweite kaufte ich nicht etwa, weil die erste kaputt war, sondern, weil sich meine Lebensumstände geändert hatten. Ich habe sie von 1985 bis 2004 in Benutzung gehabt!

Der Held meiner neuen (alten) Geschichte „Waschtag“ besitzt eine solche archaische Waschmaschine. Und  er will sich keine moderne automatische kaufen – weil man mit dem alten Ding die Zeit so schön herumbringen kann.

(Die erste Fassung der Geschichte schrieb ich 1993.)

Und dieser Link führt zu meiner Geschichte „Waschtag“ in der Rubrik „Geschichten aus der unteren Schublade“!

Viel Spaß!

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Das kleine Einmaleins

Das kleine Einmaleins hat mir mein Vater in endlos scheinenden Lektionen beigebracht. Ich konnte mich verstecken, wo ich wollte, er fand mich immer! Sein Ruf „Bernd! Einmaleins!“ verfolgt mich heute noch in schlechten Träumen.  Aber – trotz Rechenschieber und Taschenrechner – ich kann es heute noch im Schlaf. Und es hat mir, im Gegensatz zu anderen „Fertigkeiten“, im Leben mehr genützt als geschadet.
Was ist am Einmaleins so wichtig, daß wir das Erlernen desselben begrifflich auch auf andere, nichtmathematische, Gebiete ausdehnen? Man spricht vom „Einmaleins der Fotografie“, von „Einmaleins der Krankenpflege“, vom „Einmaleins der Aquaristik“ und so weiter.
Das „Einmaleins des Schreibens“ habe ich mir selbst beigebracht. Aber ich hatte Hilfe dabei …

Schreibmaschine

Schreibmaschine

Natürlich schreibe ich heute mit dem Computer. Aber wer noch nie eine Geschichte mit der Hand oder mit einer gewöhnlichen Typenhebelschreibmaschine geschrieben hat, kann den technischen Fortschritt kaum ermessen.
Stell Dir vor, Du bist beim Schreiben der Seite 75 und stellst fest, daß die Seite 5 nichts taugt …
Aber das soll nicht das Thema sein. Wie ich meine erste Geschichte verfaßte, und wie es weiterging lest Ihr in meinem Feuilleton.

Dieser Link führt direkt zum Feuilleton „Das kleine Einmaleins“!

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Anton hält dem Zwerg die Leiter

Es hat sicher jeder erkannt, daß der „Zwerg“ im Zitat meines Artikels vom 23.8.2013 der Mensch mit Behinderung ist. Ein um „Politische Korrektheit“ Bemühter wird jetzt die Augenbrauen heben und den Mund verziehen.  Vergessen wir aber nicht, von wem das Zitat stammt: Von einem Mann, dessen Wirken sein Arbeitsleben lang der Förderung der Behinderten galt.

Frau im Rollstuhl

Frau im Rollstuhl

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie Behinderte es mit der „Politischen Korrektheit“ halten. Die Anton-Geschichte „Freizeit mit ‚Heidemarie'“ beruht auf diesen Erfahrungen. Und wenn eine Figur der Geschichte, die Rollifahrerin Vera, ein paar harmlose Behinderten-Witze erzählt, dann laßt Euch nicht täuschen! Ich habe noch ein paar auf Lager, die Euch die Haare zu Berge stehen lassen würden. Und ich habe sie alle von Behinderten gehört. Und der laxe Begriff „Rollifahrer“, der den Benutzer eines Rollstuhls meint, wurde von den Behinderten selbst geprägt …

Und dieser Link führt direkt zur neuen Anton-Geschichte, in der Anton für einen Verein arbeitet, der Urlaub für Behinderte organisiert!

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Was kluge Köpfe dazu sagen

„Chancengleichheit besteht nicht darin, daß jeder einen Apfel pflücken darf, sondern daß der Zwerg eine Leiter bekommt.“

Dr. Reinhard Turre (geb. 1941; deutscher Theologe, Pfarrer i. R., ehem. Direktor der Diakonie Sachsen)

Demnächst werden wir wieder etwas von unserem Freund Anton hören. Anton hat in seinem Leben verschiedene Berufe und Tätigkeiten ausgeübt. Einmal durfte er sogar einen Kleinbus fahren, der speziell für Behinderte präpariert war. Wie das kam, und wie er sich dabei anstellte, könnt Ihr demnächst hier auf dieser Web-Seite lesen. Der obige Spruch schien mir ein als Einstieg zum Thema sehr geeignet.
B. M.

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Was sagen kluge Köpfe dazu?

„Das Feigenblatt ist das Blatt der Feigen.“
Joachim Ringelnatz
(1883 – 1934; deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler)

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Kleine Landeskunde – Heute: Die Sorben

(Neuauflage)

    Neben den Deutschen leben in unserem Lande viele Einwanderer aus sehr unterschiedlichen Kulturen. Daneben jedoch gibt es auch Bürger mit deutschen Pässen, die sich als Angehörige einer Nationalen Minderheit betrachten. Gemäß den Bestimmungen des „Rahmenabkommens zum Schutz nationaler Minderheiten“ des Europarates genießen sie besondere Rechte, u. a.  auf dem Gebiet der Bildung und Sprachförderung.
In Deutschland sind das zunächst die Dänen. Sie leben in Schleswig-Holstein und die Population wird bei Wikipedia mit etwa 50.000 angegeben. Ihre Interessenvertretung ist der „Südschleswigsche Wählerverband“ (SSW), eine Regionalpartei, die bei Wahlen nicht der Fünf-Prozent-Klausel unterliegt.
Dann haben wir etwa 70.000 Roma, die hauptsächlich in den städtischen Ballungsgebieten (West-)Deutschlands beheimatet sind.
 Es folgen die Friesen an der deutschen und niederländischen Nordseeküste. Die Interessen der deutschen Friesen werden von der Partei „Die Friesen“ vertreten. Ihre Population wird nirgendwo genau genug angegeben, man kann aber von mehreren 100.000 Menschen ausgehen.
Ganz im Osten Deutschlands, auf brandenburgischem und sächsischem Gebiet, lebt das kleine westslawische Volk der Sorben. Die Population wird mit etwa 60.000 Menschen angegeben, die verschiedenen Schätzungen weichen voneinander ab.

Eine sorbische Wirtin in Bautzen empfängt ihre Gäste, eine Reisegruppe aus Sachsen-Anhalt. Sie trägt sorbische Alltagstracht und breitet zum Willkommen die Arme aus.

Sorbische Wirtin in Bautzen

Aus allgemein kulturellen, und besonders aus literarischen,  Gründen ist der Lipsiator sehr an den Sorben interessiert, sie sind in Sachsen schließlich seine unmittelbaren Nachbarn. Einige von ihm sehr geschätzte Schriftsteller, wie Jurij Brezan, sind oder waren Sorben oder fühlten sich, wie Erwin Strittmatter, durch ihre Abstammung stark mit den Sorben verbunden. Sachsens derzeitiger (2013) Ministerpräsident Stanislaw Tillich ist ebenfalls Sorbe.

Und hier geht’s zum Artikel „Kleine Landeskunde – Die Sorben“!

Vielleicht erinnern sich Freunde und Sympathisanten an einen ganz ähnlichen Beitrag auf meiner alten Homepage. Den aktuellen Blog-Artikel und die dazugehörige Seite habe ich aus dem Gedächtnis rekonstruiert. Allerdings habe ich auf den geschichtlichen  Aspekt fast völlig verzichtet. Der Artikel ist daher nicht mit dem ursprünglichen Beitrag identisch.
B. M.

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